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Microsoft Copilot Cowork mit Claude KI

Renzo Eberhart
Autor: Renzo Eberhart
CTO, Intecso AG
16. April 2026

Wer sich morgens als Erstes durch Dutzende ungelesene Mails arbeiten muss, verliert wertvolle Zeit, bevor die eigentliche Arbeit beginnt. Microsoft Copilot ändert das: Seit Ende März 2026 steht im Frontier-Programm für ausgewählte Unternehmen eine neue Funktion bereit, die E-Mails sortiert, Termine koordiniert, Terminänderungen vorschlägt und Briefings zur Freigabe bereitlegt, noch bevor Sie am Schreibtisch sitzen.

Möglich macht das die Integration von Claude, dem Sprachmodell des amerikanischen Unternehmens Anthropic. Was das konkret bedeutet, wer davon profitiert und was Schweizer KMU beim Datenschutz beachten müssen, lesen Sie in diesem Beitrag der Intecso AG.

Was steckt hinter Claude KI in Microsoft Copilot?

Claude KI ist ein Sprachmodell (ein KI-System, das Text versteht, analysiert und verfasst) des Unternehmens Anthropic, das 2021 von ehemaligen Mitarbeitenden von OpenAI gegründet wurde.

Anthropic hat sich auf die Entwicklung zuverlässiger, sicherer KI spezialisiert und gilt als eines der führenden Forschungsunternehmen in diesem Bereich. Claude KI ist besonders stark bei der Analyse langer Dokumente, der Zusammenfassung komplexer Inhalte und der Formulierung differenzierter, professioneller Texte. Claude KI ist zudem führend in den Bereichen Programmierung und Code‑Analyse.

Während viele KMU in der Schweiz bereits mit ChatGPT von OpenAI oder dem Microsoft Copilot vertraut sind, war Claude KI bisher weniger bekannt. Das hat sich inzwischen geändert. Im November 2025 kündigten Microsoft und Anthropic eine strategische Partnerschaft an. Seit Januar 2026 ist Anthropic offizieller Unterauftragsverarbeiter von Microsoft, also ein Dienstleister, der Daten im Auftrag und unter den vertraglichen Bedingungen von Microsoft verarbeitet. Claude KI ist damit in den meisten kommerziellen Microsoft-Umgebungen weltweit verfügbar.

Dabei verfolgt Microsoft eine sogenannte Multi-Modell-Strategie: Statt ausschliesslich auf eigene KI zu setzen, wählt der Microsoft Copilot je nach Aufgabe das am besten geeignete Modell aus, unabhängig vom Hersteller. Claude KI von Anthropic gehört ab nun zu dieser Auswahl und eignet sich besonders für komplexe Analysen, strukturiertes Reasoning (logisches Schlussfolgern in mehreren Schritten) und umfangreiche Textaufgaben.

Was ist Copilot Cowork genau und was kann es für Ihr KMU leisten?

Im Unterschied zum herkömmlichen Microsoft Copilot Chat beantwortet Copilot Cowork nicht nur einzelne Anfragen, sondern führt ganze Aufgabenketten selbstständig aus.

Dazu erstellt das System zunächst einen Arbeitsplan, legt diesen zur Freigabe vor und arbeitet die einzelnen Schritte anschliessend im Hintergrund ab. Es greift dabei kontextbezogen auf Informationen aus Outlook, Teams, Excel und SharePoint zu und passt die Ergebnisse an Rolle, Arbeitsweise und Unternehmensstruktur an.

Die Kontrolle bleibt jederzeit beim Menschen: Zwischenergebnisse werden zur Freigabe vorgelegt, Anpassungen sind möglich und keine Aktion wird ohne Genehmigung ausgeführt. Mehrere Aufgaben können parallel bearbeitet werden, während Sie sich auf Ihr Tagesgeschäft konzentrieren.

Konkrete Anwendungsfälle aus dem Alltag mit Microsoft Copilot Cowork

Hier sind die wichtigsten Anwendungsszenarien anhand offizieller Microsoft-Beispiele:

  • Kalender bereinigen: Die Funktion Microsoft Copilot Cowork prüft den Outlook-Kalender, erkennt Konflikte und wenig relevante Meetings, schlägt Änderungen vor. Nach Ihrer Freigabe akzeptiert, verschiebt oder lehnt sie Termine ab und fügt Fokusblöcke für konzentriertes Arbeiten ein.
  • Meeting-Paket erstellen: Aus E-Mails, vergangenen Meetings und Dokumenten stellt Microsoft Copilot Cowork automatisch ein Briefing-Dokument, eine Analyse und ein präsentationsreifes Slide-Deck zusammen, plant Vorbereitungszeit im Kalender ein und entwirft ein Update-E-Mail.
  • Unternehmensrecherche: Claude sammelt öffentlich verfügbare Informationen zu einem Unternehmen, darunter Geschäftsberichte, Nachrichtenartikel und Facheinschätzungen, und bereitet das Ergebnis als kompakte Zusammenfassung, strukturiertes Recherche-Memo mit Quellenangaben und Excel-Arbeitsmappe auf.
  • Launch-Plan erstellen: Microsoft Copilot Cowork erstellt einen Wettbewerbsvergleich in Excel, erarbeitet ein Value-Proposition-Dokument (eine Beschreibung des eigenen Nutzenversprechens), generiert ein Pitch-Deck und skizziert Meilensteine und Verantwortlichkeiten.
  • Posteingangsverwaltung und Tagesbriefing: Copilot Cowork geht den Posteingang automatisch durch, priorisiert E-Mails nach Relevanz, bereitet Antwortvorschläge vor und liefert einen Überblick über anstehende Termine, offene Mails und Teams-Nachrichten.

So aktivieren Sie Copilot Cowork und Claude KI in Microsoft 365

Wer Microsoft Copilot Cowork mit Claude KI in seiner Microsoft-365-Umgebung nutzen möchte, sollte strukturiert vorgehen. Die Aktivierung kann ausschliesslich durch einen Administrator mit entsprechenden Microsoft‑365‑Rechten erfolgen.

Im Microsoft 365 Admin Center navigieren Sie zu:

  • Copilot → Einstellungen → „AI providers operating as Microsoft subprocessors”
  • Aktivieren Sie dort den Opt-in für Anthropic
  • Die Nutzung von Claude KI in Word, Excel und PowerPoint lässt sich direkt darunter separat ein- oder ausschalten.

Vor der Aktivierung empfiehlt sich eine interne Prüfung. Welche Daten liegen in Microsoft 365, und welche davon sind besonders schützenswert? Wer hat Zugriff auf was in SharePoint, Teams und OneDrive?

Ein bekanntes Risiko, das vor der Einführung von Microsoft Copilot Cowork generell adressiert werden sollte, ist das sogenannte Oversharing: Wenn Mitarbeitende über den Copilot auf Dokumente zugreifen können, die eigentlich nur für bestimmte Personengruppen gedacht sind, kann dies zu ungewolltem internem Datenaustausch führen. Gut gepflegte Berechtigungsstrukturen sind hier also Grundvoraussetzung.

Für Unternehmen, die bisher wenig mit Microsoft 365 arbeiten oder strenge Datenlokalisierungsanforderungen haben, empfiehlt sich ein abwartender Ansatz mit gezieltem Pilottest in einem unkritischen Bereich, bevor eine breite Einführung erfolgt.

Claude KI in der Microsoft Researcher App

Bereits heute ist Claude KI als Modell in der Microsoft Researcher App auswählbar, sofern der IT-Administrator den Opt-in durchgeführt hat. Die Researcher App ist eine Funktion innerhalb von Microsoft 365 Copilot, die für vertiefte Recherchen und strukturierte Analysen ausgelegt ist.

Nutzerinnen und Nutzer können zwischen verschiedenen KI-Modellen wählen und damit direkt erfahren, welches Modell für ihre Aufgaben am besten geeignet ist.

Datenschutz und Opt-in bei Microsoft Copilot Cowork mit Claude

Die Nutzung der Anthropic-Modelle ist mit einer Datenübermittlung in die USA verbunden. Anthropics Server stehen ausserhalb der EU-Datengrenze und sind ausdrücklich von Microsofts EU-Datenresidenz-Verpflichtungen ausgenommen. Das bedeutet: Wenn Ihre Mitarbeitenden Claude KI über den Microsoft Copilot nutzen, werden Ihre Eingaben und die zugehörigen Antworten durch Anthropic-Server in den USA verarbeitet.

Die Schweiz ist Mitglied der EFTA (Europäische Freihandelsassoziation), aber nicht der EU. Das hat eine direkte technische Konsequenz: Für Schweizer Unternehmen ist die KI-Microsoft-Integration über Anthropic, und damit auch die Copilot-Cowork-Funktion, in Microsoft 365 standardmässig deaktiviert. Microsoft bestätigt dies in der offiziellen Dokumentation ausdrücklich.

Was gilt, wenn Sie den Opt-in durchführen?

Sobald die Aktivierung erfolgt ist, unterliegt die gesamte Verarbeitung den Microsoft-Produktbedingungen und dem Microsoft Data Protection Addendum (DPA, einem vertraglichen Datenschutz-Zusatz). Die eigenen Datenschutzbedingungen von Anthropic kommen dabei nicht direkt zur Anwendung. Anthropic arbeitet unter vertraglichen Schutzmassnahmen sowie technischen und organisatorischen Massnahmen unter Microsoft-Aufsicht.

Microsoft sichert ausserdem zu, dass Kundendaten nicht für das Training der KI-Modelle verwendet werden. Zudem übernimmt Microsoft die rechtliche Verantwortung für Urheberrechtsfragen, die durch Inhalte entstehen, die Copilot generiert hat (Microsoft Customer Copyright Commitment).

Was das revDSG konkret vorschreibt

Das EU-Recht, insbesondere das Schrems-II-Urteil, ist in der Schweiz rechtlich nicht bindend. Für Schweizer Unternehmen gilt das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG), das seit September 2023 in Kraft ist. Es regelt eigenständig, unter welchen Voraussetzungen Personendaten ins Ausland übermittelt werden dürfen.

Für den Einsatz von Microsoft Copilot mit Claude ist wichtig zu wissen, dass die USA seit September 2024 für DPF-zertifizierte Unternehmen als datenschutzrechtlich adäquat anerkannt sind (Swiss-US Data Privacy Framework). Microsoft erfüllt diese Voraussetzung.

Wenn besonders schützenswerte Daten verarbeitet werden sollen, also Gesundheitsdaten, Finanzdaten oder andere personenbezogene Angaben, kann die Einführung von Copilot mit Anthropic-Unterauftragsverarbeitung eine Datenschutz-Folgenabschätzung auslösen.

Die Empfehlung von Intecso lautet deshalb: Solche Daten nicht über Claude KI oder die Copilot-Cowork-Funktion verarbeiten, sondern ausschliesslich über den regulären Microsoft Copilot, bei dem die Verarbeitung innerhalb der Microsoft‑Cloud erfolgt.

Was Sie prüfen sollten, bevor Sie den Opt-in durchführen

Statt Claude KI und Microsoft Copilot einfach zu aktivieren oder pauschal abzulehnen, lohnt sich eine Vorabprüfung in drei Schritten.

  1. Wo bringt Claude KI echten Mehrwert? Zum Beispiel bei komplexen Analysen, der Vorbereitung von Berichten, der Strukturierung grosser Dokumentenmengen oder bei anspruchsvollen Textaufgaben.
  2. Wo ist Vorsicht angebracht? Bei schützenswerten Personendaten oder strengen Datenlokalisierungsvorgaben gilt: keine Verarbeitung über Anthropic-Modelle.
  3. Wie vorgehen? Zunächst sollten Sie konkrete Anwendungsfälle definieren, die Anforderungen an Datenschutz sowie Compliance prüfen, die Aktivierung kontrolliert durchführen und verbindliche interne Richtlinien für die Nutzung der Modelle festlegen.

Wo die Funktion aktuell noch Grenzen hat

Microsoft Copilot Cowork unterstützt zurzeit keine automatisierten Abläufe, die durch externe Ereignisse ausgelöst werden, etwa ein eingehender Auftrag in einem Drittsystem.

Teams-Meetings werden noch nicht zuverlässig in Schweizerdeutsch oder anderen Mundarten transkribiert. Anbindungen an Drittsysteme wie Buchhaltungsprogramme oder branchenspezifische Software sind ebenfalls noch nicht möglich. Diese Einschränkungen dürften sich jedoch in den kommenden Monaten schrittweise verringern.

Fazit: Microsoft Copilot Cowork überlegt einführen statt einfach aktivieren

Claude KI ist kein Risiko per se und bringt für viele Aufgaben im KMU-Alltag echten Mehrwert. Die Copilot-Cowork-Funktion ist ein tatsächlicher Schritt vorwärts in der KI-gestützten Produktivität, kein blosses Marketing-Versprechen. Der Plan-to-Action-Loop (Aufgabe beschreiben, Plan freigeben, Ergebnisse im Hintergrund liefern) und Work-IQ, Microsofts Kontextschicht, die Copilot in Ihren E-Mails, Meetings und Dateien verankert, machen aus einem Assistenten, der antwortet, einen Mitarbeiter, der liefert.

Für Schweizer Betriebe und KMU gilt: Der Microsoft Copilot mit Claude KI erfordert eine bewusste Entscheidung. Der Opt-in ist kein bürokratisches Hindernis, sondern eine sinnvolle Hürde, die Unternehmen dazu bewegen soll, sich strukturiert mit Datenschutz, Datenzugriff und internen Richtlinien auseinanderzusetzen. Wer das tut, hat die Kontrolle. Wer es überspringt, trägt das Risiko.

Möchten Sie klären, ob und wo Claude KI und Microsoft Copilot in Ihrem KMU sinnvoll sind? Die Intecso AG begleitet Schweizer KMU bei der strukturierten Einführung von Microsoft 365 Copilot Cowork mit Claude KI: von der Datenschutzprüfung und Berechtigungsanalyse über die technische Aktivierung im Microsoft 365 Admin Center bis zum gezielten Rollout im Team. Sprechen Sie uns an.

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